IFC
Die IFC sind ein "Datencontainer".
Einführung
IFC ist die Abkürzung für Industry Foundation Classes, einem offenen Standard im Bauwesen zur digitalen Beschreibung von Gebäudemodellen, definiert von der buildingSMART Organisation.

IFC4 ist das aktuelle Release [1] und wird Anfang 2017 zur DIN EN ISO 16739.[2]
Historie
Der buildingSMART e.V. ist der nationale Chapter der buildingSMART Organisation, die im Juni 1995 in den USA gegründet wurde. Ziel des buildingSMART e.V. ist die "Erfolgreiche Entwicklung, Anwendung und Verbreitung von offenen IT Standards und Prozessdefinitionen für Interoperabilität wie den Industry Foundation Classes (IFC)." [3]
Kritik
Im Autodesk Revit IFC Handbuch, 2018 findet sich folgender Hinweis: "[IFC] erlaubt ... jedoch nur eine sehr begrenzte 2D-Unterstützung und lässt keinen Export von Plänen und Anmerkungen zu. Der IFC Export ist daher immer mit gewissen Datenverlusten verbunden."
 
Und in den Antworten im FAQ der internationalen User-Gruppe [4] des buildingSMART finden sich Aussagen, wie: "Das IFC-Format wird normalerweise zum Daten-Export genutzt. Normalerweise wird es nicht zur weiteren Bearbeitung verwendet."
oder "Ja, ... Wir haben erlebt, dass der Export von großen Modellen Stunden dauern kann."

Die immer wieder auftauchende Beschreibung, nach der die Fertigstellungsgrade (LOD) mit den Leistungsphasen nach HOAI gleich zu setzen sind, ist irreführend.
Technischer Hintergrund
"Das buildingSMART Datenmodell, auch bekannt unter der Bezeichnung Industry Foundation Classes (IFC), stellt ein allgemeines Datenschema dar, das einen Austausch von Daten zwischen verschiedenen proprietären Software-Anwendungen ermöglicht. Dieses Datenschema umfasst Informationen aller am Bauprojekt mitwirkender Disziplinen über dessen gesamten Lebenszyklusses. Man unterscheidet hierbei die IFC-Datei, die als Container zur Datenübergabe im STEP Format verwendet wird, und dem IFC-Datenschema, das die Spezifikationen im EXPRESS Datenformat definiert." [5]
EXPRESS (ISO 10303-11)
Mit EXPRESS lassen sich Datenmodelle abbilden. Hier z.B. ein Ausschnitt aus den IFC für Fenster:
 


Der Code ist dabei weitgehend "lesbar":  Die Entität IfcWindow steht innerhalb der Ifc-Hierachie über dem  IfcWindowStandardCase (Standardfenster) und unter dem IfcBuildingelement (Bauteil). Hier die gesamte Struktur:

Wir erfahren, dass die Angaben zur Gesamthöhe und -breite optional sind und aus positiven Zahlenwerten bestehen müssen. Der Fenstertyp kann aus der Liste der Ifc-Fenstertypen (IfcWindowTypeEnum) stammen und die besteht aus: Fenster, Dachfenster oder Oberlicht. Dann geht es weiter mit der Fensterteilung (Partitioning) usw.
STEP (ISO 10303)
Auch die STEP-Daten lassen sich "lesen":
 
#102 = IFCWINDOW('0At4DSH5d07e6Ov9Yu09IX', #2, 'Test', 'Beschreibung eines Fensters', $, #103, #106, $, 1000., 1000., .WINDOW., .SINGLE_PANEL., $);

Dem Fenster gehören 13 Attribute:
  1. ID, 22 Zeichen lang (s. IfcRoot -> IfcGloballyUniqueId)
  2. Angabe zu Autor und Zeit des letzten Objektzugriffs, ein komplexes Objekt (s. IfcRoot -> IfcOwnerHistory)
  3. Name, bis zu 255 Zeichen (s. IfcRoot  -> IfcLabel)
  4. Beschreibungstext (s. IfcRoot  -> IfcText)
  5. Typ (s. IfcObject -> IfcLabel)
  6. Objektpositionierung (s. IfcProduct -> IfcObjectPlacement)
  7. Produkt - Repräsentation (s.IfcProduct -> IfcProductRepresentation)
  8. Identifikation (s. IfcElement -> IfcIdentifier)
  9. Gesamthöhe (s. IfcWindow -> OverallHeight)
  10. Gesamtbreite (s. IfcWindow -> OverallWidth)
  11. Fenstertyp (s. IfcWindow -> PredefinedType)
  12. Fensterteilung (s. IfcWindow -> PartitioningType)
  13. Individuelle Teilung (s. IfcWindow -> UserDefinedPartitioningType)

Die Zeilen sind nummeriert. Unser Fenster steht in Zeile 102. Es stammt aus ursprünglich aus einer Testdatei des buildingSMART.

Das zweite Attribut ist #2 und bedeutet, dass der Inhalt (hier zu Autor und Zeit des letzten Objektzugriffs) in Zeile 2 zu finden ist. Das sechste Attribut betrifft die Objektpositionierung. Es verweist auf Zeile 103.

#103=IFCLOCALPLACEMENT(#81,#104);

Diese hat zwei Attribute. Das Erste verweist auf Zeile 81.


Und so kommen wir zum Punkt 1000, 0, 500: Der linken unteren Ecke der Öffnung für das Fenster.


Liste der IFC Bauteile
Einzelnachweise
  1. www.buildingsmart-tech.org/specifications/ifc-releases/summary, aufgerufen am 03.06.2016
  2. Umsetzung des Stufenplans Digitales Planen und Bauen - Erster Fortschrittsbericht, BMVI, Januar 2017
  3. buildingSMART Ziel, www.buildingsmart.de/buildingsmart-ev, aufgerufen am 03.06.2016
  4. What is a roundtrip? https://www.buildingsmart.org/users/international-user-group-faqs/ aufgerufen am 26.02.2018
  5. buildingSMART e.V.

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